Kunststofffenster für das Passivhaus

Wer nach günstigen Fenstern sucht, landet über kurz oder lang beim Kunststofffenster. Und selbstverständlich gibt es auch Kunststofffenster, die dem Passivhausstandard entsprechen. Fenster gelten dann als passivhaustauglich, wenn sie einen U-Wert von 0,8 W/(m²K) erreichen oder unterschreiten. Wie das möglich ist, das soll hier kurz dargestellt werden.

Der Passivhausstandard

Der U-Wert gibt in W/(m²K) an, wie viel Wärmeverlust durch eine Fläche hindurch entsteht. Kunststofffenster fürs PassivhausBeim Hausbau ist er die entscheidende Größe für den Wärmeverlust eines Hauses an die Umgebung. Für Wandflächen wird für ein Passivhaus ein U-Wert von 0,15 angenommen. Fensterflächen dürfen einen U-Wert von 0,8 haben. Sind sie nach Süden ausgerichtet, haben sie durch den Energiegewinn aus Sonneneinstrahlung trotzdem eine positive Energiebilanz für das Passivhaus. Aus diesem Grund gilt auch die Regel, in ein Passivhaus nach Süden große und viele Fensterflächen einzubauen, nach Norden dagegen nur wenige und möglichst kleine. Außerdem wird bei einem Passivhaus durch Einbau einer Lüftungsanlage der Luftaustausch kontrolliert und energetisch optimiert, indem der nach draußen abgeführten Luft die Wärme entzogen wird. Über Wärmetauscher wird anschließend die ins Haus geführte Frischluft angewärmt. Alle diese Maßnahmen führen dazu, dass ein Passivhaus nur einen Heizbedarf von maximal 15 Kilowattstunden pro Quadratmeter und Jahr hat.

U-Wert beim Kunststofffenster

Um einen passivhaustauglichen U-Wert zu erreichen, müssen Kunststofffenster einige Voraussetzungen erfüllen. Ebenso wie bei anderen Rahmenmaterialien ist zunächst eine Glasfläche erforderlich, die durch eine dreifache Wärmeschutzverglasung einen U-Wert von etwa 0,5 W/(m²K) erreicht. Dazu ist es notwendig, dass auch die Abstandshalter, die die Scheiben fixieren über sehr gute Dämmeigenschaften, beziehungsweise sehr schlechte Wärmeleiteigenschaften verfügen. Das wird erreicht durch Abstandshalter aus Edelstahl mit einer Kunststoffummantelung (z.B. TGI-Spacer) oder solche aus Composite Kunststoff (z.B. Swiss-Spacer-V), die mit einer Edelstahlfolie als Dampfsperre ausgestattet sind.

Die entstandene Glasfläche aus drei Scheiben plus Abstandshalter wird dann in ein entsprechendes Rahmenprofil eingesetzt. Dieses muss durch in sich abgeschlossene Luftkammern einen U-Wert von z.B. 0,95 W/(m²K) erreichen, damit der U-Wert für beide Komponenten zusammen die 0,8 erreicht oder unterschreitet. Das ist zum Beispiel mit dem Fensterprofil Novo-Royal möglich, das mit sechs Luftkammern ausgestattet ist. Außerdem ist eine wichtige Optimierung, dass das Rahmenprofil über drei Dichtungsebenen am Übergang zwischen Fensterflügel und Rahmen verfügt. Die dadurch entstehenden zwei Luftkammern sichern auch in diesem Bereich Passivhaustauglichkeit.

Passivhausfenster nur für Passivhäuser?

Diese Frage wird immer wieder gestellt: Lohnt sich das eigentlich, ein Passivhausfenster in ein Haus einzubauen, dessen Wände nicht dem Passivhausstandard entsprechen? Diese Frage kann mit einem klaren ja beantwortet werden. Fenster sind nun einmal Öffnungen in der Wand und dadurch oft das schwächste Glied in der Kette der Wärmedämmaßnahmen eines Hauses. Sind Wände und Dach gut gedämmt, aber nicht so gut, dass sie Passivhausstandard erreichen, dann bringen Passivhausfenster in jedem Fall einen weitern Fortschritt in der Gesamtenergiebilanz und damit eine fühlbare Einsparung bei den Heizkosten und den Klimagasen, die in die Luft geblasen werden. Wählt man Fenster aus Kunststoff, so kann man den eingesparten Kaufpreis in höhere Qualität stecken und vielleicht ein Passivhausfenster finanzieren, das sich durch die Heizkostenersparnis bald selbst finanziert hat.

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